Güvenpark: Der Hauptplatz von Kızılay und das Sicherheitsdenkmal
Im Herzen von Ankara, auf dem Kızılay-Platz, zwischen den Ministeriumsgebäuden und dem Strom der Busse, erstreckt sich der Güvenpark – ein kleiner, aber einer der bekanntesten Stadtparks der türkischen Hauptstadt. Seine Rolle unterscheidet sich von den üblichen „grünen Oasen“: Er ist sowohl öffentlicher Raum als auch Verkehrsknotenpunkt und Sockel für das Sicherheitsdenkmal von 1935, das zu einem der Symbole der frühen Türkischen Republik wurde. Jeder Einwohner und Besucher Ankaras kommt mindestens einmal durch den Güvenpark – hier laufen alle wichtigen Routen des Zentrums zusammen.
Geschichte
Der Park wurde im Rahmen des ersten Masterplans für die Hauptstadt entworfen, der 1929 vom deutschen Architekten Hermann Jansen entwickelt wurde. Dieser Plan sah die Schaffung eines Systems von Grünflächen im neuen Ankara vor, damit die schnell wachsende Hauptstadt ein gesundes Klima und öffentliche Räume bewahren konnte. Der Güvenpark wurde zu einem der Schlüsselelemente dieses Konzepts und erstreckt sich über 2,5 Hektar im Herzen des Stadtteils Kızılay.
Im Jahr 1935 wurde im Park sein Hauptobjekt errichtet – das Denkmal „Güvenlik Anıtı“ (Sicherheitsdenkmal). Das Konzept stammte vom österreichischen Architekten Clemens Holzmeister, mit der skulpturalen Gestaltung begann der Österreicher Anton Hanak, doch nach dessen Tod im Jahr 1934 vollendete der deutsche Meister Josef Thorak das Werk. Die Bronzeskulpturen wurden in Wien gegossen und Anfang der 1930er Jahre nach Ankara transportiert. Das Denkmal ist der türkischen Armee, der Polizei und den Sicherheitskräften der jungen Republik gewidmet, und seine Reliefs zeigen Bauern, Soldaten, Handwerker und Ordnungskräfte.
Im 21. Jahrhundert erlebte der Güvenpark tragische Ereignisse. Am 13. März 2016 explodierte an den Bushaltestellen des Parks ein Auto mit einem Selbstmordattentäter: 37 Menschen starben, über hundert wurden verletzt. Der Park bleibt ein Ort des zivilen Gedenkens und dient regelmäßig als Schauplatz öffentlicher Versammlungen und Proteste.
Sehenswürdigkeiten
Güvenlik Anıtı (Sicherheitsdenkmal)
Das Hauptobjekt des Parks ist ein hohes Denkmal, das 1935 eingeweiht wurde. Seine zentrale Stele ragt 37 Meter in die Höhe, und die Bronzeskulpturen an den Seiten sind etwa 6 Meter hoch. Die Reliefs zeigen Soldaten, Polizisten, Bauern und Arbeiter – ein Sammelbild der Zivilgesellschaft der jungen Türkischen Republik. Über der Fassade ist Atatürks berühmter Satz eingraviert: „Türk! Öğün, Çalış, Güven“ – „Türke, sei stolz, arbeite, vertraue“.
Allee und Springbrunnen
Entlang des Parkrandes verlaufen asphaltierte Alleen, es gibt mehrere kleine Brunnen und Blumenbeete. In den warmen Monaten verbringen hier viele Büroangestellte und Studenten der benachbarten Universitäten ihre Freizeit. Große Platanen spenden Schatten und schirmen den Park vom umgebenden Stadtlärm ab.
Verkehrsknotenpunkt
An der Nord- und Westseite des Güvenparks befindet sich der größte Knotenpunkt für Minibus-Haltestellen (Dolmuş) in Ankara. Von hier aus fahren Minibusse in alle Stadtteile und Vororte – dies ist ein Teil der Stadtkultur, den man zumindest aus Neugierde beobachten sollte. Die U-Bahn-Station Kızılay (Linien Ankaray und M2) liegt an der nördlichen Grenze des Parks.
Interessante Fakten
- Der Park hat eine Fläche von 2,5 Hektar. Er war Teil des ersten Generalplans für Ankara, der 1929 von Hermann Jansen entworfen wurde.
- Das Sicherheitsdenkmal von 1935 wurde von österreichischen und deutschen Künstlern geschaffen: Clemens Holzmeister (Entwurf), Anton Hanak (Beginn der Skulptur) und Josef Thorak (Fertigstellung). Die Bronze wurde in Wien gegossen.
- Atatürks Motto „Türk! Öğün, Çalış, Güven“ – „Türke, sei stolz, arbeite, vertraue“ – ist auf dem Giebel des Denkmals eingemeißelt und wurde zu einem der meistzitierten Slogans der frühen Republik.
- Am 13. März 2016 ereignete sich im Güvenpark ein schwerer Terroranschlag: 37 Menschen kamen ums Leben. Es war der dritte schwere Anschlag in Ankara innerhalb eines halben Jahres.
- Der Güvenpark ist von der Gemeinde Çankaya offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen, was wiederholt als Argument gegen Pläne zum Bau einer Tiefgarage unter dem Park angeführt wurde.
Anfahrt
Der Güvenpark liegt im Zentrum von Ankara, im Stadtteil Kızılay (Çankaya), an der Kreuzung der Straßen Atatürk Bulvarı und Ziya Gökalp Caddesi. GPS-Koordinaten: 39.9195° N, 32.8532° E. Am nächsten liegt die U-Bahn-Station Kızılay (Linien M2 und Ankaray) – der Ausgang führt direkt zum nördlichen Teil des Parks.
Vom Flughafen Esenboğa aus – mit dem Havaş-Bus oder einem Taxi nach Kızılay (ca. 40 Minuten ohne Stau). Von Anıtkabir aus zu Fuß – etwa 25 Minuten den Atatürk Bulvarı hinunter. Das Parken in Kızılay ist schwierig und teuer, daher ist die U-Bahn sehr zu empfehlen. Von hier aus ist alles in Ankara leicht zu erreichen: Çankaya, Tunalı, Ulus und das Museumsviertel liegen in unmittelbarer Nähe.
Tipps für Reisende
Die beste Zeit für einen Spaziergang ist morgens oder abends, wenn der tägliche Büroverkehr ausbleibt. Im Sommer schützt der Schatten der Platanen vor der Hitze, im Winter wirkt der Park besonders streng und stimmungsvoll. Für eine gründliche Besichtigung des Parks und des Denkmals benötigen Sie 20–30 Minuten.
Versuchen Sie nicht, den Park mit großem Gepäck zu durchqueren: Der Verkehr ist sehr lebhaft und an den Minibus-Haltestellen herrscht ständig Gedränge. Wenn Sie einen Dolmuş nehmen möchten, erkundigen Sie sich vorher nach der Liniennummer, da es ohne Türkischkenntnisse schwierig sein kann, sich zurechtzufinden.
Der Güvenpark lässt sich gut mit einem Spaziergang entlang des Atatürk Bulvarı verbinden: Nördlich des Parks führt er zum alten Stadtzentrum Ulus mit dem Ethnografischen Museum und der Festung, südlich zum Stadtteil Tunalı mit dem Schwanensee Kuğulu und Cafés. Den Güvenpark selbst sollte man besser nicht als Ort für ein Picknick betrachten, sondern als das Herzstück des städtischen Gefüges von Ankara – mit seiner Geschichte, seiner Politik und seinem täglichen Trubel.